Der Tachograph

Der Tachograph oder auch Tachometer, Fahrtenschreiber oder auch EG-Kontrollgerät genannt, ist ein Tacho mit einem angeschlossenem Messschreiber, welcher die Fahrt- und Ruhezeiten, Pausen, gefahrene Kilometer  und die Geschwindigkeit aufzeichnet.
Unter den LKW-Fahrern ist der Tachograph auch als „Black Box“ bekannt, weil er auch kurz vor dem Unfall, Unfalldaten speichert, um den Unfall rekonstruieren zu können. Der Tachograph oder EG-Kontrollgerät muss innerhalb der EU gewerblich genutzten LKW und Omnibussen ab 7,5 t bzw. ab 8 Fahrgastplätzen vorhanden sin. Ausgeschlossen sind Einsatzfahrzeuge und Linienbusse, sie unterliegen anderen Gesetzten dieser Datenerfassung.

Ursprung

Als 1835 die Eisbahn boomte, wurde dort der Tachograph zum ersten mal eingesetzt, um Unregelmäßigkeiten währende der Fahrten bzw. des Betriebs der Eisenbahn besser zu dokumentieren. Der damalige Tachograph für Lokomotiven hier Daniel-Tachometer. Die Idee und Umsetzung der damaligen technischen Neuerung war Max Maria.
Der deutsche Ingenieur Otto Schulz meldete am 07.10.1902 das Patent des Wirbelstrom-Tachometer als Geschwindigkeitsmesser beim kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Aus Geldmangel und dem Mangel an kaufmännischem Geschick könnt Otto Schulz sein Tachometer nicht selber herstellen und überließ seine Patente der Firma Edouard Steignol in Paris. Der Vertrieb des Tachometer erfolgte im Jahre 1908 in Frankfurt am Main. Erstmals 1922 wurde von der Behörde die Geschwindigkeit Innerorts auf 25 km/H begrenzt.
Durch die Firma Kienzle-Apparate wurde der Tachometer zum ersten Tachographen entwickelt, der sogenannten „Autores-Uhr“, bei welcher ein Rüttelpendel die Fahr-und Haltezeiten des Fahrzeugs auf eine Diagrammscheibe aufgezeichnet wurden. Durch weitere Forschungen konnte dann 1927 auch die Wegstrecke aufgezeichnet werden, womit der Tachograph auch „Zeit-Weg-Schreiber“ genannt wurde. Seit 1969 gibt es dann die sogenannte Tachoscheibe, die alle Fernfahrer kennen.

Arten

Mechanischer Tachograph

mechanicher_tachographDer mechanische Tachograph wird noch heute in älteren LKWs verbaut und gültig. Er besteht im Grunde aus einer Tachoscheibe, welche sich selber beschriftet und mit Hilfe einen Uhrwerks dreht. Der mechanische Tachographen erfasst die Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke (in KM) und die Lenk- und Ruhezeiten. Einige Geräte zeichnen zusätzlich die Drehzahl des Motors auf die Rückseite der Scheibe auf und in Einsatzfahrzeugen die Verwendung von von Sondersignalen wie z.B. Blaulicht und Martinshorn, gilt jedoch nur als Nachweis von Wegerecht-Fahrten, zur Beweisführung und Unfallrekonstruktion, da Einsatzfahrzeuge von der Fahrtenschreiberpflicht ausgenommen sind.

Digitaler Tachograph

digitaler_tachographDer digitale Tachograph ist seit dem 01.05.2006 durch ein EU-Verordnung für alle neu zugelassene Fahrzeuge vorgeschrieben. In einem versiegeltem Speichermodul werden 365 Tage, auf eine personengebundene Fahrerkarte mind. 28 Tage alle Daten der Fahrt gespeichert.
Wenn der Speicher der Karte voll sein sollte, werden die ältesten Einträge überschrieben. Auf der Karte werden Lenk-, Bereitschafts-, Arbeits- und Ruhezeiten gespeichert und zusätzlich noch die Unterbrechungen (Pausen) und die zurückgelegte Strecke in KM gespeichert. Des weiteren wird die Geschwindigkeiten der letzten 24 Fahrstunden in Sekundenschritten im Tachographen (nicht in der Karte) kurz aufgezeichnet bzw. vermerkt. Während Geschwindigkeitsüberschreitungen richtig und dauerhaft im Tachographen gespeichert werden. Die gesamten Daten von der  Karten und vom Tachographen können von Behörden und auch von den Unternehmern ausgedruckt oder auch digital ausgelesen werden. Statt einer Scheibe wird eine sogenannte Tachorolle in den Tachographen eingesetzt.